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27 Transformer
Bernhard Sommer, Wien
Mit dieser Arbeit sollten Metaphern des Flüssigen oder Veränderlichen überwunden werden, in dem sie wörtlich genommen werden. Bei den Transformern handelt es sich um Konstruktionen, die möglichst unterschiedliche Ausformungen in möglichst großer Zahl kontinuierlich hervorbringen können.
Um Formenvielfalt aus einer einzigen Konstruktion erzeugen zu können und um die Übergänge selbst als Ergebnis auffassen und entwerfen zu können, ist es notwendig, die Formveränderungen zu kontrollieren - also zu steuern.
Über einfache Längenänderungen von Stäben oder Seilen in einem Raumfachwerk kann eine Konstruktion räumlich radikal verändert und kontrolliert werden.

Eine Architektur der Möglichkeiten - formlos
Die „Transformer“ bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, die man bereits als Entwurf oder einfach nur als spezielle Form von Flexibilität begreifen kann - Architektur als spezialisierte Form.
Ziel ist es, einen sich permanent verändernden Raum zu schaffen. Man kann zyklische oder sich nicht wiederholende Veränderungen programmieren. Es kann ein Gebäude geben, das mit der Sonne „auf-“ und „untergeht“ oder zu Musik ”tanzt”, ein Gebäude ”leicht und veränderlich wie Wolken”.
Der „Transformer“ ist aber auch ein Gebäude, dessen Architekt immer wieder wechseln kann, je nachdem, von wem es programmiert, und damit auch umgeformt wird.
Dadurch ist eine „Transformer“-Konstruktion eigentlich ‚ohne Form‘; nicht durch eine Form charakterisierbar: denn diese ist immer nur eine Realisierung unter vielen anderen möglichen. Der „Transformer“ aktualisiert ständig eine bestimmte Form, ohne dass die Möglichkeit zu anderen Formen weniger real wird.

Dynamische Konstruktion für eine topologische Architektur
Zur räumlichen Charakterisierung bleiben die topologisch invarianten Eigenschaften einer
Hülle. Alle Verformungen der „Transformer“-Konstruktionen sind topologisch äquivalent.
Die unveränderlichen Ausgangskriterien für den Bau einer „Transformer“-Konstruktion
sind also Zahl der Knoten, Zahl der Löcher, Zahl der Henkel und die Orientierbarkeit der
Oberfläche.
 
 
 
 
Bisher wurden vier „Transformer“-Konstruktionen entwickelt:

Transformer1

beschäftigt ist die planerische und rechnerische Durcharbeitung einer solchen Konstruktion für Nutzung im großen Maßstab. Die möglichen Verformungen wurden mithilfe der FE-Methode, mithilfe Inverser Kinematik, durch geometrische Überlegungen und am Modell simuliert.

Transformer2
ist der Versuch einer Umsetzung als pneumatische Konstruktion, wobei die gesamte
Konstruktion aus einem Pneu aufgebaut wird.

Transformer3
ist der Versuch der Umsetzung mit geringstmöglichem finanziellem Aufwand auf Basis pneumatischer Bälle. Bei dieser Konstruktion werden ausschließlich zugbeanspruchte Elemente benötigt.
Sie wurde wiederholt realisiert:
<desert cloud> transformer3 im MAK Center LA (September 2002) und für die City of West Hollywood (Santa Monica Boulevard, Oktober 2002 - Jänner 2003).
<wolken> transformer3 für das Café Leopold im MQ Wien (2003, 2004, 2005).
<transform> transformer3 im Rahmen der „Enzyklopädie der wa(h)ren Werte“ im Künstlerhaus (Jänner 2006).

Transformer4
Anwendung einer veränderlichen Konstruktion für die Freiraumgestaltung/Stadtgestaltung.
„Entrümpelung“ der Plätze durch einen veränderlichen Boden - eine Art Matrix, die
durch die Benutzer „in Form“ gebracht werden kann. Nach Nutzung aber der Stadt den Freiraum zurückgibt.

Text: Bernhard Sommer, Wien
 

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